Einarmige Banditen: Von klobiger Mechanik zu ausgefeilter Elektronik

Einarmige Banditen: Von klobiger Mechanik zu ausgefeilter Elektronik
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Wer heute in Online Casinos oder Mobil Casinos die Walzen eines Videoslots oder eines Einarmige Banditen (Klassische Automaten im Internet sind den ersten Münzmaschinen nämlich noch immer ziemlich ähnlich) anwirft, ist sich oft nicht bewusst, was für eine traditionsreiche Glücksspielmaschine er gerade bedient.

Jackpot 6000 SpielautomatDie allerersten, auf Walzen und Gewinnsymbolen basierenden Spielautomaten wurden nämlich bereits Ende des 19. Jahrhunderts in den USA entwickelt. Ursprünglich wurden sie oft in Drogerien und sogar bei Lebensmittel- oder Süßwarenhändlern aufgestellt. Da in vielen US-Staaten das Glückspiel streng untersagt war, schütteten Sie (bei einem Einsatz von nur 1 Cent) im Gewinnfall demnach auch kein Bares aus, sondern kleine Sachgewinne wie beispielsweise Sammelkarten von Baseball- oder Football-Stars, Kaugummikugeln (jawohl!), Murmeln und ähnliches. Bisweilen konnte man wie in einer Tombola auch Eintrittskarten zu Sport- oder Kulturveranstaltungen erhaschen.

Erst als etliche US-Bundesstaaten das Glücksspiel legalisierten (jedoch nur unter streng regulierter Gesetzgebung) und Casinos somit zu einer neuen, sehr lukrativen Geschäftsbranche wurden, begann aber der eigentliche Siegeszug von Spielautomaten, denn nun konnten Sie zum ersten Mal Bargeldgewinne ausschütten. In Sachen Technik blieben sie jedoch weiterhin ziemlich klobige, mechanische Maschinen, die ausnahmslos mit jeweils nur drei Walzen und einer einzigen Gewinnlinie auskommen mussten. In Gang gesetzt wurden sie mit Hilfe eines langen, an der Seite angebrachten Hebels, den man unter etlichem Kraftaufwand ziehen musste. Wegen dieses Hebels erwarben sie sich schon bald den ziemlich zynischen Spitznamen „Einarmiger Bandit„. Vor allen Dingen konnte ihre Mechanik von den Betreibern aber so manipuliert werden, dass die Gewinnausschüttung minimal ausfiel.

Gold Rush SpielautomatIn den 1960er-Jahren wurde die fast zum Markenzeichen gewordene klappernde Mechanik neuer Modelle durch damals noch sehr simple Elektronikbauteile ersetzt. Besonders in Europe setzte sich anstatt des unhandlichen Hebels auch zunehmend die einfachere Knopfbetätigung für die Ingangsetzung der Walzen durch. Abgesehen von den staatlich kontrollierten Casinos fand man diese Speilautomaten zumeist in Kneipen und Gaststätten. Reine Spielotheken gab es damals noch nicht. Es dauerte noch gut zwei Jahrzehnte – nämlich bis zu Mitte der 90er-Jahre – bevor schließlich auch die noch immer obligatorischen, mechanischen Walzen von virtuellen, auf Videotechnik basierenden Walzen abgelöst wurden. Das löste bei den Herstellern in den darauffolgenden Jahren auch einen zunehmend rasanter werdenden Entwicklungsdrang aus. Dank Videoelektronik war es nun nämlich möglich geworden, die bislang obligatorischen drei Walzen zu vier oder sogar fünf zu erweitern. Auch die Anzahl der Gewinnsymbole konnte immer weiter erhöht werden (dagegen hatte auf einer mechanischen Walze eben nur eine gewisse Anzahl verschiedener Symbole Platz) und anstatt dereinst einer einzigen Gewinnlinie gab es nun plötzlich drei oder mehr. Das machte zwar die Automaten etwas komplizierter, erhöhte beim Spieler aber auch die Spannung und machte das Spielerlebnis umso aufregender. Lizensierte Spielotheken schossen überall in Europa wie Pilze aus dem Boden und erfreuten sich regen Zulaufs.

Der nächste wichtige Schritt im Werdegang der Einarmigen Banditen (die ihren Spitznamen schon längst nicht mehr verdienten, weil deren Hersteller und Betreiber durch entsprechende Gesetzgebung inzwischen dazu verpflichtet waren, bis weit über 90 % aller Einsätze wieder als Gewinne zurückzuführen) zeichnete sich um die Jahrtausendwende ab. Inzwischen hatte sich das Internet und die damit in Zusammenhang stehende Technik so weit entwickelt, dass die ersten Online Casinos eröffnen konnten. Zu deren Hauptangebot zählten selbstverständlich in erster Linie die allseits beliebten Spielautomaten. Wer sich an einem versuchen wollte, musste nun nicht mehr bei Wind und Wetter zur nächsten Spielothek, sondern loggte sich schlicht, einfach und bequem im Internet bei seinem bevorzugten Online Casino ein. Nun hatte man auch keinen schrankartigen Kasten mehr vor sich stehen, in den ein Monitor eingelassen war und in den man Münzen einwerfen musste, sondern das Spiel fand nur noch auf einem Computerbildschirm statt. Konten wurden mit Kreditkarte oder durch Banküberweisung eröffnet und Gewinne wurden ebenfalls bargeldlos ausbezahlt.

Break da Bank SpielautomaDie Grafiken wurden immer einfallsreicher, bunter, detailreicher; der Spielverlauf immer ausgefeilter durch Nebenspiele, Bonusspiele, Risikospiele; die durch Netzwerkzusammenschlüsse erzielbaren Jackpots immer höher. Doch wer damals das vorläufige Ende einer möglichen Weiterentwicklung prophezeite, muss sich heute eingestehen, dass er vollkommen auf dem Holzweg lag. Man hatte den Siegeszug von Handys und Smartphones nicht in der Kalkulation berücksichtigt. Mobilcasinos ziehen heutzutage Abertausende Fans in ihren Bann, denn nun kann man sich auch unterwegs jederzeit sein Lieblingsspiel reinziehen – und nach wie vor sind das bei vielen eingeschworenen Glücksspielern eben die Einarmigen Banditen, die wir jetzt allerdings lieber als Video Slots bezeichnen. Ein Zeitreisender aus dem frühen 20. Jahrhundert verstünde wahrscheinlich die Welt nicht mehr, wenn man ihn mit einem der supermodernen Speilautomaten von Herstellern wie Novoline, Merkur oder NetEntertainment konfrontieren würde. Er wäre wohl vor allem baff darüber, wie ein solch „kompliziertes“ Spiel auf einem winzigen, in der Hand gehaltenen Gerät auf einem noch winzigeren Bildschirm gespielt wird. Es müsste ihm in der Tat wie Magie vorkommen du die unglaublichen Toneffekte würden ihm sicherlich einen ordentlichen Schreck einjagen. Tja, wir leben eben in einer wundervollen Zeit!



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